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Weltweit mietfrei wohnen: House Sitting macht‘s möglich

Langzeitreisen um die Welt sind zweifelsfrei ein riesengroßes Abenteuer, das einem ein Leben lang im Gedächtnis bleibt. Sie können unter Umständen aber nicht nur aufregend, sondern auch ziemlich teuer sein. Wie Sie die Ausgaben während Ihres Sabbatjahres so gering wie möglich halten, haben wir Ihnen bereits ausführlich in diesem Beitrag verraten. Eine der vorgestellten Möglichkeiten – das House Sitting – soll nun an dieser Stelle noch etwas genauer beleuchtet werden. Erfahren Sie, was genau House Sitting ist, wie Sie ein House Sitter werden und welche Vor- und Nachteile mit dem mietfreien Wohnen verbunden sind.

House Sitting – Was ist das?

Hört man den Begriff House Sitting zum ersten Mal, denken viele unweigerlich an das ähnlich klingende Baby Sitting. Tatsächlich gibt es eine Reihe von Parallelen, anhand derer das House Sitting recht einfach erklärt werden kann.

Das englische Wort „sitting“ kann unter anderem mit „hüten“ oder „aufpassen“ übersetzt werden. Während also ein Babysitter auf kleine Kinder aufpasst, hütet der Housesitter – richtig! – ein Haus. House Sitting bedeutet demnach nichts anderes als auf das Haus anderer Menschen aufzupassen, während diese beispielsweise im Urlaub oder auf Geschäftsreise klingt.

Info: Nicht nur das Haus an sich will umsorgt werden. Sehr häufig könnte House Sitting auch als Pet Sitting bezeichnet werden, denn nicht wenigen Hausbesitzern geht es vorrangig darum, dass sich jemand um daheimgebliebene Haustiere kümmert.

Vor allem im nordamerikanischen Raum weit verbreitet

Wenn Sie jetzt stutzen, ist das keinesfalls verwunderlich. Sich im Haus wildfremder Menschen aufhalten (tagsüber und auch nachts) und dieses zu hüten, ist in unseren Kulturkreisen ein noch weitestgehend unbekanntes Konzept. Ganz anders verhält es sich hingegen im nordamerikanischen Raum. In den USA und Kanada ist House Sitting mittlerweile etwas ganz Alltägliches und so werden Sie dort viele verschiedene Angebote finden. Auch in Australien und Neuseeland gibt es immer mehr Fans vom House Sitting, die sich darüber freuen, wenn andere ihr Haus hüten.

Wenn Sie sich auf die Suche machen, werden Sie allerdings auch in nahezu jedem anderen Land der Welt House Sitting-Angebote finden, die Ihre Reise- und Lebenskosten merklich senken werden. Denn als House Sitter dürfen Sie stets mietfrei in den teils sehr luxuriösen Unterkünften hausen. Mehr dazu weiter unten im Text.

So funktioniert House Sitting

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, ein House Sitter zu werden, sollten Sie als erstes verschiedene Plattformen recherchieren, auf denen Menschen „Aufpasser“ für ihre Häuser suchen. Um Ihnen diesen Schritt zu erleichtern, haben wir einmal ein paar der bekanntesten Seiten herausgesucht:

Hinweis: Diese Liste erhebt keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit.

Die Plattformen unterscheiden sich natürlich alle voneinander. Während die meisten House Sitting-Angebote weltweit listen, spezialisieren sich andere auf ein bestimmtes Land. Auch im Hinblick auf die Benutzeroberfläche, den Bewerbungsprozess und (ganz wichtig!) die jährlichen Gebühren gibt es immer wieder Unterschiede. Welche Plattform Ihnen am besten gefällt, müssen Sie selbst herausfinden. Am besten, Sie probieren verschiedene Seiten aus und küren dann Ihren Favoriten.

Hat man schließlich ein passendes Angebot gefunden, gilt es, sich darum zu bewerben. An dieser Stelle sollte Ihnen klar sein, dass Sie wahrscheinlich nie der einzige Bewerber für einen House Sitting-Job sein werden und lernen müssen, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen.

Die besten Chancen haben erfahrungsgemäß Paare jenseits der 30. Diese gelten in den Augen der meisten Hauseigentümer als besonders vertrauenswürdig und erwecken nicht den Anschein, wilde Partys in den Anwesen zu veranstalten. Ebenfalls von Vorteil ist es, wenn Sie bereits Erfahrungen im Bereich House Sitting sammeln und vorweisen konnten.

Wenn Ihnen diese noch fehlen, punkten Sie am ehesten mit einem freundlichen und sympathischen Profil und einer reibungslosen Kommunikation. Jeder hat einmal klein angefangen und so werden auch Sie als House Sitting-Neuling schon bald Ihren ersten Job „an Land ziehen“.

Tipp: Lesen Sie sich genau durch, welche Anforderungen die Hausbesitzer in ihren Anzeigen an die House Sitter stellen. Wenn Sie diese nicht zu 100 Prozent erfüllen, ist es pure Zeitverschwendung, sich trotzdem auf den Job zu bewerben. Halten Sie stattdessen lieber Ausschau nach House Sits, die perfekt zu Ihnen passen.

Ist House Sitting wirklich kostenfrei?

Kommen wir nun zu einem ganz wesentlichen Punkt, nämlich der Frage nach den Kosten. Immer wieder ist zu lesen, dass einem House Sitting mietfreies Wohnen in tollen Apartments und Häusern auf der ganzen Welt ermöglicht.

Die gute Nachricht: Das ist grundsätzlich richtig. Die große Mehrheit der Hausbesitzer verlangt keine Miete von den House Sittern. Dafür wollen sie aber, dass diese beispielsweise den Garten in Schuss halten, die Haustiere pflegen usw. Sie „bezahlen“ also gewissermaßen mit Ihrer Arbeitskraft.

Darüber hinaus muss auch darauf verwiesen werden, dass beim House Sitting immer auch Kosten entstehen können. Allen voran sei hier die jährliche Gebühr für die House Sitting-Plattform genannt. Während einige wenige kostenfrei sind, verlangen andere Gebühren zwischen 10 und 90 US-Dollar pro Jahr. Angesichts der Unterkunftskosten, die Sie durch das House Sitting sparen können, sind diese Preise aber absolut vertretbar. Außerdem müssen Sie beispielsweise als Paar nur einen Account anlegen und können sich die anfallenden Kosten teilen.

Ein anderer mehr oder weniger versteckter Kostenpunkt sind Strom, Gas, Internet usw. Einige Hausbesitzer verlangen von den House Sittern, dass diese hierfür eine (meist kleine) Gebühr bezahlen, doch kann das eher als Ausnahme bezeichnet werden.

Falls Sie das Auto oder ein anderes Fahrzeug Ihres Gastgebers nutzen dürfen (was keine Seltenheit ist), müssen Sie außerdem noch mit entsprechenden Spritkosten rechnen.

Die Vorteile vom House Sitting

House Sitting erfreut sich großer Beliebtheit. Kein Wunder, schließlich bietet es für alle Beteiligten eine Reihe attraktiver Vorteile. Während die Hausbesitzer wissen, dass jemand auf ihr Eigentum aufpasst und sich um das Haustier kümmert (und zwar ohne dafür Geld zu verlangen), profitieren Sie als House Sitter unter anderem von diesen positiven Aspekten:

  • kostenfreies Wohnen (abgesehen von den oben genannten Punkten)
  • meist langfristige Unterbringung
  • oftmals sehr gut ausgestattete/luxuriöse Häuser mit Extras wie Pool, Fitnessbereich etc.
  • stabile Internetverbindung
  • Leben in direkter Nachbarschaft zu den Einheimischen
  • Privatspähre (anders als im Hostel…)
  • häufig Kontakt zu den Haustieren der Hausbesitzer
  • vollständige Ausstattung mit Küche, Waschmaschine uvm.
  • Nutzung eines Autos oder anderen Verkehrsmittels oft inbegriffen
  • Unterkünfte in den unterschiedlichsten Gegenden (sehr naturnah, direkt am Strand, im Zentrum aufregender Metropolen usw.)

Die Nachteile vom House Sitting

Auch wenn House Sitting eine tolle Möglichkeit ist, um Kosten zu sparen und ein Land aus einer völlig neuen Perspektive zu betrachten (nämlich der eines Einheimischen), soll an dieser Stelle auch auf einige Nachteile verwiesen werden, die mit dem Konzept verbunden sind. Diese werden Ihnen dabei behilflich sein, zu entscheiden, ob Sie ein geeigneter House Sitter sind oder nicht.

  • Verpflichtungen gegenüber dem Hausbesitzer
  • mangelnde Flexibilität
  • lokale Gebundenheit
  • fehlende Absicherung (falls der Hausbesitzer beispielsweise im letzten Moment absagt)
  • schlechte Erfolgschancen für allein reisende Männer und Personen ohne House Sitting-Erfahrungen
  • schlechte Erreichbarkeit einiger Objekte (was ein eigenes Fahrzeug unverzichtbar macht)
  • große Konkurrenz
  • sehr wenige House Sitting-Angebote in Südostasien, Lateinamerika und Afrika
  • viele Anforderungen von Seiten der Hausbesitzer (auch im Hinblick auf Absprachen etc.)

Fazit: House Sitting bietet viele Möglichkeiten – aber auch Einschränkungen

In tollen Häusern und Apartments wohnen, sich um niedliche Tiere kümmern, den Tag mit einer Runde im Pool beginnen und einem Glas Wein auf der Terrasse beenden – und das alles ohne Mietkosten. House Sitting genießt einen überaus guten Ruf. Tatsächlich bietet das Konzept zahlreiche attraktive Möglichkeiten – angefangen beim Sparen von Übernachtungskosten über die völlig neuen Blickwinkel bis hin zu verschiedenen kleineren und größeren Annehmlichkeiten, die die Backpacking-Reise zumindest für kurze Zeit zum Luxus-Trip werden lassen.

Ein Job als House Sitter darf aber auch keinesfalls unterschätzt werden. Ihnen wird die Unterkunft schließlich nicht fürs Nichtstun kostenfrei zur Verfügung gestellt. House Sitting ist ein Job, für den Sie zwar nicht mit Geld, dafür aber mit einem Schlafplatz entlohnt werden. Die Verantwortung, die Sie mit jedem Job übernehmen, sollte niemals aus den Augen verloren werden. Außerdem ist nicht von der Hand zu weisen, dass Sie Einschränkungen in Kauf nehmen müssen. Wenn Sie beispielsweise über mehrere Wochen ein Haus (und seine tierischen Bewohner) betreuen und nach einer Weile die komplette Umgebung erkundet haben, können Sie nicht einfach nach Lust und Laune weiterreisen, sondern müssen vor Ort bleiben bis der Job vorbei ist.

Lassen Sie sich Zeit und wiegen Sie alle Pros und Contras sorgfältig ab. Danach werden Sie wissen, ob House Sitting eine Option für Sie ist oder nicht.

4 Kommentare zu „Weltweit mietfrei wohnen: House Sitting macht‘s möglich“

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