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Was unterscheidet das Sabbatjahr von einem herkömmlichen Urlaub?

Auch wenn das Sabbatjahr immer bekannter und auch beliebter wird, stößt es weiterhin auch auf fragende Gesichter. Was soll das sein und wozu soll es dienen? Reicht es nicht aus, mal ein paar Tage länger Urlaub zu machen? In diesem Beitrag erfahren Sie, was der Unterschied zwischen einem Sabbatjahr und dem herkömmlichen Urlaub ist.

Auf die Länge kommt es an

Der wohl signifikanteste Unterschied zwischen dem Sabbatjahr und einem normalen Urlaub ist die Dauer. Während letzteres selten mehr als drei Wochen am Stück in Anspruch nimmt, kann ein Sabbatjahr – wie es der Name bereits vermuten lässt – ein Jahr und sogar länger andauern.

Übrigens: Es ist ein Irrtum, dass ein Sabbatical exakt ein Jahr in Anspruch nehmen kann. Mehr zu diesem und weiteren spannenden Fakten rund um das Sabbatjahr lesen Sie in diesem Beitrag.

Viele Menschen, die ein Sabbatjahr hinter sich und dieses als bewusste Auszeit genutzt haben, berichten, dass sie erst nach etwa drei bis vier Wochen wirklich vom Alltags- und Berufsstress abschalten konnten. Sie betonen in diesem Kontext auch, dass ein herkömmlicher Urlaub im Grunde genommen gar nicht ausreicht, um sich umfassend zu erholen und neue Energie zu tanken. Ehe der Moment der totalen Entspannung einsetzt, ruft die Pflicht bereits wieder.

Es ist also nicht nur die Dauer an sich, die das Sabbatjahr vom normalen Urlaub unterscheidet, sondern auch die Wirkung, die die Auszeit auf Körper, Geist und Seele hat. Wenn Sie beabsichtigen, mal wieder richtig abzuschalten, dann ist dazu mehr nötig als der 14-tägige Sommerurlaub mit der Familie.

Viel mehr Möglichkeiten im Sabbatjahr

Ein weiterer Unterschied zwischen dem Sabbatjahr und einem Urlaub ist der Inhalt der freien Zeit. Während die meisten Arbeitnehmer während ihres Urlaubs damit beschäftigt sind, möglichst nichts zu tun und unter Umständen auch gern eine ein- bis zweiwöchige Reisen unternehmen, ist das Sabbatical um einiges vielfältiger.

Die mehrmonatige Auszeit wird bei weitem nicht von jedem für eine Reise um die Welt genutzt. Viele beantragen beispielsweise ein Sabbatjahr, um ein Haus zu bauen oder einen nahen Angehörigen zu pflegen. Andere beantragen das Sabbatjahr, um bewusst mehr Zeit mit dem Partner und den Kindern zu verbringen. Weitere Möglichkeiten sind das Erlernen einer Fremdsprache oder eines neuen Hobbys, die Realisierung eines persönlichen Projektes oder auch die bewusste Burnout-Prävention.

Sie allein bestimmen, was der Inhalt Ihres Sabbatjahres sein wird. Da Ihnen viel mehr Zeit als während eines herkömmlichen Urlaubs zur Verfügung steht, haben Sie selbstverständlich auch die Option, mehrere Projekte in Angriff zu nehmen und Ihre Träume zu realisieren.

Der finanzielle Aspekt

Ein normaler Urlaub wird auch als bezahlter Urlaub bezeichnet. Das bedeutet, dass Sie in den X Urlaubstagen, die Ihnen jährlich zustehen, weiterhin Ihr normales Gehalt beziehen. Dem gegenüber steht der unbezahlte Urlaub, der hin und wieder auch als Basis für ein Sabbatjahr genutzt wird. Der Nachteil wird schon anhand des Namens ersichtlich: Es handelt sich hierbei um (bis zu sechs Monate) Urlaub, in dem Sie kein Gehalt vom Arbeitgeber erhalten. Die Finanzierung erfolgt in den meisten Fällen durch Ersparnisse.

Auch während eines Sabbatjahres ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet, den Arbeitnehmer weiterhin wie gewohnt zu entlohnen – er befindet sich schließlich nicht im bezahlten Urlaub. Auch im Fall des Sabbaticals spielen Ersparnisse natürlich eine tragende Rolle. Weiterhin nutzen viele die Möglichkeit, auf einen Teil des Gehalts zu verzichten und dieses auf ein Zeitkonto zu zahlen. Wenn Sie beispielsweise drei Jahre lang nur 75 % Ihres Gehalts beanspruchen, können Sie im vierten das Sabbatjahr einlegen und den angesparten Lohn beziehen. Diese Herangehensweise wird auch als Teilzeitregelung bezeichnet.

Wichtig zu wissen: Ein Sabbatjahr ist in aller Regel keine Zeit, in der Sie in Saus und Braus leben. Wer nicht gerade im Lotto gewonnen oder reich geerbt hat, wird sich auf finanzielle Einschränkungen einstellen müssen. Diese sind jedoch meist zu verkraften und werden durch die unbezahlbaren Momente, die einem das Sabbatjahr bietet, wieder ausgeglichen.

Versicherung, Rentenbeiträge etc.

Ein ähnlich leidiges Thema wie die Finanzen sind auch die Versicherungen. Während im Fall vom bezahlten Urlaub alles beim Alten bleibt, gelten für das Sabbatjahr andere Regeln. Wenn Sie während der Auszeit von den angesparten Gehältern leben, laufen Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung weiterhin über Ihren Arbeitgeber. Wenn Sie sich für die Möglichkeit des unbezahlten Urlaubs oder der Eigenkündigung entscheiden, werden Sie spätestens nach einem Monat verpflichtet sein, sich selbst um Ihre Sozialversicherungen zu kümmern.

Tipp: Wenn Ihrem Sabbatjahr ein unbezahlter Urlaub zugrunde liegt, können Sie freiwillige gesetzliche oder private Krankenversicherung umgehen, indem Ihr Arbeitgeber Ihnen einmal im Monat einen Tag bezahlten Urlaub gibt.

Es ist unverzichtbar, vor Antritt des Sabbatjahres ausführliche Gespräche mit Arbeitgeber, Kranken- und Rentenkasse zu führen und auch einen Versicherungsexperten zur Rate zu ziehen. Erst wenn alle Punkte eindeutig geklärt sind, können Sie sich unbeschwert in Ihre Auszeit begeben.

Die Unterschiede zwischen Sabbatjahr und herkömmlichem Urlaub im Überblick

  • Dauer
  • Intensität der Entspannung
  • Inhalt
  • Finanzierung
  • Versicherungen

Es ist ein großer Unterschied, ob Sie sich einen (längeren) bezahlten Urlaub oder eine Auszeit in Form eines Sabbatjahres gönnen. Die teils erheblichen Abweichungen sorgen dafür, dass Sie sich im Fall des Sabbaticals auf längere Gespräche und vielleicht auch Verhandlungen mit dem Arbeitgeber einstellen müssen. Dieser muss eventuell erst einmal von der Auszeit überzeugt werden. Wichtig ist in dieser Situation, dass Sie ihm klare Vorteile aufzeigen und verdeutlichen, dass Sie nach der Auszeit gestärkt, ausgeruht und motiviert zurückkommen werden.

1 Kommentar zu „Was unterscheidet das Sabbatjahr von einem herkömmlichen Urlaub?“

  1. “Wenn Ihrem Sabbatjahr ein unbezahlter Urlaub zugrunde liegt, können Sie freiwillige gesetzliche oder private Krankenversicherung umgehen, indem Ihr Arbeitgeber Ihnen einmal im Monat einen Tag bezahlten Urlaub gibt.”

    …entstehen in diesem Fall für den Arbeitgeber irgendwelche Nachteile, weswegen er das ablehnen könnte? Im Prinzip bekommt man ja dann ein Gehalt von einem Arbeitstag im Monat und zählt als Geringverdiener?

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