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Interview mit einem Reiseprofi zum Thema Auszeit, Weltreisen & Digitales Nomadentum

Wir sprachen mit Anja Knorr zum Thema Auszeit, Weltreisen & Digitales Nomadentum:

Während eines Sabbaticals denkt man ja fast automatisch an eine Weltreise oder ähnliches – wie ist dies bei dir gewesen?

Ein Sabbatical im eigentlichen Sinne habe ich eigentlich nur einmal gemacht in meiner „Karriere“ als Reiseprofi. Damals habe ich bei einem großen Internet-Startup gearbeitet und mir genügend Stunden angesammelt (im Austausch gegen Bezahlung), um auf ein Arbeitskonto zu legen und diese dann im Sabbatical abzubummeln.

Damals zog es mich nach Indonesien und dann auf die Südsee. Da blieb ich dann eine ganze Weile und tauchte tief in die heimische Welt ein, ohne viel zu tun.

Als du eine Auszeit in Mosambik genommen hast, wie hast du dich hierauf vorbereitet?

Ich reise meist ohne Plan und große Vorbereitung. Allerdings wollte ich in Mosambik meine Ausbildung zum Divemaster machen, um anschließend dort auch zu arbeiten. Immerhin ist das einer der ganz wenigen Orte der Welt, wo es Weltklasse-Bedingungen für Surfer gibt und ganz viel Megafauna wie Walhaie und Giant Mantas.

Daher musste ich im Vorfeld Tauchschulen anschreiben, mir einen Platz und das Visum organisieren sowie eine Unterkunft finden. Allerdings blieb ich nur ein paar Tage in der Unterkunft, da ich vor Ort eine günstige Bleibe gefunden habe, da ich ja vor hatte mindestens ein halbes Jahr dort zu bleiben, und solche langen Stays meist günstiger werden, wenn man sich bei den Locals umhört.

In Mosambik bekommt man nur ein Visum für 30 Tage in Deutschland und muss anschließend alle 30 Tage wieder aus dem Land ausreisen, um sich auf dem sogenannten Visa Run einen neuen Stempel im Pass abzuholen. Manchmal kann man das aber auch an öffentlichen Behörden machen an ausgeschriebenen Orten.

Die Tauchausrüstung habe ich mir direkt im Shop gebraucht gekauft und habe nur meine Tauchmaske und -computer aus Deutschland mitgenommen. Diese Ausrüstung ist zwar meistens ziemlich runtergerockt, aber bedeutend günstiger als Neuware.

In meinem Mosambik Backpacking Guide habe ich mal alle Tipps und Hotspots dazu zusammengetragen.

Gibt es in diesem Zusammenhang etwas, was du heute anders machen würdest? Was kannst du hier unseren Lesern für Tipps geben?

Ich würde mir heute viel weniger Gedanken machen, wie ich Menschen kennenlerne. Ich war früher wahnsinnig schüchtern und habe mich oft nicht getraut, etwas zu sagen. Dadurch zog ich ziemlich oft mein eigenes Ding durch. Aber erst durch das Älterwerden erlernte ich eine gewisse Gelassenheit und Offenheit, die über das alltägliche Smalltalken hinausgeht.

Daher kann ich allen Ruhigen und Schüchternen da draußen nur raten, trotzdem auf Reisen zu gehen und dabei zu merken, dass man sich ändern kann, wenn man sich immer wieder den Herausforderungen stellt. Man ist ja eigentlich als Reisende kaum wirklich allein, wenn man das nicht will und zu lernen, wie man mit Menschen wirklich in Kontakt und echten Austausch kommt, hat mir wirklich die Augen und das Herz viel weiter geöffnet als je ein Ort alleine das hätte tun können.

Wie sind deine Zukunftspläne?

Mittlerweile reise ich schon lange nicht mehr so viel, sondern bleibe lieber an einem Ort längere Zeit. Einfach weil es ein paar Lieblingsorte gibt wie Fuerteventura, wo ich die meisten Winter Wärme suche und in Berlin, weil meine Familie und Freunde dort leben. Durch das langsame Reisen spart man nicht nur mehr Geld, sondern lebt nachhaltiger und verbundener.

Denn wenn man über 20 Jahre so reisen würde, wie ich das anfänglich gemacht habe mit vielen Stopps (in drei Monaten durch Mittelamerika), dann schlaucht das ganz schön auf Dauer.


Anja reist als leidenschaftliche Surferin und Taucherin seit mehr als 20 Jahren durch die Welt und schreibt auf ihrem Reiseblog Happybackpacker darüber.


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