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10 interessante Fakten über das Sabbatjahr

Sich eine Auszeit vom Job zu nehmen, ist mittlerweile ein regelrechter Trend geworden. Wohin man auch schaut, überall berichten Medien über die Möglichkeiten, dem Hamsterrad zu entfliehen und endlich auch mal zu leben anstatt nur zu arbeiten. Besonders stark im Fokus: Das Sabbatjahr, also die einvernehmliche Unterbrechung des Berufs. In diesem Beitrag verraten wir Ihnen 10 interessante Fakten über das Sabbatical, die Sie vielleicht noch nicht kannten.

Fakt #1: Der Ursprung des Wortes

Haben Sie sich schon einmal gefragt, woher der ungewöhnliche Name „Sabbatjahr“ beziehungsweise „Sabbatical“ stammt? Der Ursprung des Wortes findet sich im Hebräischen. „Shabbat“ bedeutet so viel wie aufhören oder loslassen und wird noch heute für den jüdischen Ruhetag Sabbat verwendet. Dieser beginnt mit dem Sonnenuntergang am Freitag und dauert bis zum Sonnenuntergang am Samstag. In dieser Zeit legen Juden ihre Arbeit nieder und genießen das „Nichtstun“.

Fakt #2: Die Dauer des Sabbatjahres

Viele, die über eine Auszeit vom Job nachdenken, bekommen Zweifel, wenn es um die Dauer der Pause geht. Ein ganzes Jahr? Für einige Arbeitnehmer (und auch Arbeitgeber) ist das schlichtweg zu lang. Die gute Nachricht: Es handelt sich um einen Trugschluss, dass ein Sabbatjahr ein ganzes Jahr gehen muss. Generell können Sie jeden beliebigen Zeitraum wählen, mit dem Sie und Ihr Arbeitgeber einverstanden sind. Üblich sind beispielsweise Auszeiten zwischen drei und neun Monaten. Grundsätzlich kann das Sabbatjahr auch länger als 12 Monate dauern. In diesem Fall ist jedoch besonders viel Verhandlungsgeschick gefragt, um den Chef zu überzeugen.

Fakt #3: Die gesetzliche Grundlage

Wer mit seinem Chef über die Möglichkeiten eines Sabbatjahres sprechen möchte, kann sich auf das Teilzeit- und Befristungsgesetz berufen. Hierbei handelt es sich um die gesetzliche Grundlage für Sabbaticals. Wichtig zu wissen ist, dass das Gesetz keinen allgemeinen Rechtsanspruch für Arbeitnehmer geltend macht. Das bedeutet: Das beabsichtigte Sabbatjahr kann auch vom Vorgesetzten abgelehnt werden.

Fakt #4: Vertragliche Regelungen

Immer häufiger wird die Möglichkeit des Sabbatjahres auch in Arbeitsverträgen festgehalten. Ist dies bei Ihnen der Fall, haben Sie tatsächlich Anspruch auf eine einvernehmliche Auszeit mit nachfolgender Wiederaufnahme der Arbeit. Es lohnt sich auf jeden Fall, einmal einen genauen Blick in den eigenen Arbeitsvertrag zu werfen. Vielleicht ist Ihr persönliches Sabbatjahr greifbarer als Sie denken.

Fakt #5: Der Anspruch auf Urlaubstage

Ein ganzes Jahr lang frei machen und trotzdem noch den gesetzlichen Mindesturlaubsanspruch haben? Das Sabbatjahr macht es möglich. Tatsächlich wissen viele oft nicht, dass man trotz der Auszeit noch Anspruch auf Urlaub hat – und das sind im Jahr mindesten 24 Werktage.

Fakt #6: Kein Rückzieher möglich

Wie weiter oben bereits erwähnt, stehen Arbeitnehmer grundsätzlich nicht in der Pflicht, ein Sabbatjahr zu genehmigen. Sie können es – mit Nennung von Gründen – auch ablehnen, wenn die Auszeit nicht im Arbeitsvertrag geregelt ist. Wurde das Sabbatical jedoch bewilligt, kann der Arbeitgeber keinen Rückzieher mehr machen. Sie als Arbeitnehmer befinden sich dann in der angenehmen Situation, auf Ihren Anspruch zu beharren.

Von Vorteil ist, alle Absprachen mit dem Arbeitgeber in einem Vertrag festzuhalten. Hierin sollten unter anderem die folgenden Punkte enthalten sein:

  • Dauer des Sabbatjahres (mit genauem Start- und Enddatum)
  • Regelung bzgl. der Zahlung (auch Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld etc.)
  • Regelung bzgl. Kontaktaufnahme im Ausnahme- bzw. Notfall
  • Regelungen bzgl. der Wiederaufnahme der Arbeit nach dem Sabbatjahr

Fakt #7: Die Beweggründe für ein Sabbatjahr

Aus einer im Jahr 2015 durchgeführten Befragung zu den Beweggründen für ein Sabbatical ging folgendes Ergebnis hervor: Mit je 57 Prozent lagen „Zeit für mich und meine Interessen“ sowie „Reisen“ ganz weit vorn bei den befragten deutschen Arbeitnehmern. Weiterhin häufig als Gründe für ein Sabbatjahr genannt:

  • Neue Perspektiven gewinnen
  • Burn-Out überwinden oder vorbeugen
  • Sprachen erlernen beziehungsweise Sprachkenntnisse verbessern
  • das eigene Leben grundlegend verändern

Das Schlusslicht bildeten die Beweggründe berufliche und private Unzufriedenheit sowie Förderung der Karriere. (Quelle: Statista)

Fakt #8: Ein Sabbatjahr ist kein Karriere-Knick

Mehrere Monate durch die Welt reisen, ein persönliches Projekt realisieren oder Zeit mit der Familie verbringen – und dann? Immer noch hält sich ein Vorurteil hartnäckig in den Köpfen vieler Arbeitnehmer. Dieses lautet: Das Sabbatjahr ist ein Karriere-Knick. Das ist jedoch falsch. Tatsächlich kann die Auszeit vom Job sogar die eigenen Karriere voranbringen. Hierfür sprechen unter anderem die folgenden Aspekte:

  • Allgemein sind Sabbatjahre keine Besonderheit mehr, sondern werden mehr und mehr zur Normalität
  • Die Auszeit bietet die Möglichkeit, neue Energie zu tanken
  • Das Sabbatjahr fördert die Bindung zwischen Arbeitnehmer und -geber (Zufriedenheit, Motivation, etc.)
  • Erlernen und Erweiterung persönlicher und fachlicher Fähigkeiten
  • positive Auswirkungen auf die Gesundheit (Abbau von Stress, Steigerung der Leistungsfähigkeit)

Fakt #9: Auch Lehrer und Beamte können ein Sabbatjahr einlegen

Während im Fall der meisten Arbeitnehmer individuell über das Sabbatjahr entschieden wird, genießen Lehrer und Beamte (sogenannte „Staatsdiener“) einen besonderen Vorteil: Ihr Anspruch auf die Auszeit vom Job wird per Gesetz festgelegt. Dieser Fakt überrascht häufig, gilt doch das Beamtentum als eher schwerfällig und altmodisch. Im Hinblick auf das Sabbatjahr weist es allerdings eine ausgesprochene Offenheit auf, die nur begrüßt werden kann. Mehr Informationen zum Thema Sabbatjahr für Beamte und Lehrer finden Sie hier.

Fakt #10: Es gibt nicht „das eine“ Sabbatjahr

Wenn wir auf dieser Seite über das Sabbatjahr und all seine thematischen Facetten sprechen, dann meinen wir damit keine bestimmte Form oder Ausprägung. Tatsächlich ist die Auszeit in Form eines Sabbaticals weitaus vielfältiger als das allgemein angenommen wird. Die verschiedenen Möglichkeiten beziehen sich einerseits auf die Inhalte der Auszeit und andererseits auf die Art der Realisierung. Die folgende Tabelle gibt abschließend einen kurzen Überblick.

Inhalte des Sabbatjahres (u.a.) Realisierung des Sabbatjahres (u.a.)
Reisen Unbezahlter Urlaub
Erlernen einer neuen Fähigkeit Teilzeit-Regelung
Realisierung eines persönlichen Projektes vorübergehende Kündigung
Pflege und Betreuung von Familienmitgliedern Lebensarbeitskonten (auch: Langzeit-Konten)

 

Wie Sie sehen, ist das Thema Sabbatjahr ausgesprochen spannend und vielseitig. Es gibt zahlreiche interessante Fakten, die nicht nur den nächsten Smalltalk aufbessern, sondern auch im Gespräch mit dem Arbeitgeber hilfreich sind. Denn nur wer umfassend informiert ist, kann den skeptischen Chef von der Auszeit vom Job überzeugen.

2 Kommentare zu „10 interessante Fakten über das Sabbatjahr“

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